Stift St. Lambrecht | © Steiermark Tourismus | Harry Schiffer

Brauchtum & Kultur im Murtal

Kultur und Tradition beleben das Murtal in den Städten Judenburg, Knittelfeld und Murau mit klassischer und moderner Kunst. Lesungen, Ausstellungen und Vorträge sind ein Fixpunkt in der Urlaubsregion Murtal. Das Brauchtum hat einen großen Stellenwert in der Steiermark und im Murtal.


In Murau, der Holzhauptstadt inmitten der steirischen Holzwelt folgt man historischen Spuren in der charmanten Altstadt. Je höher am Berg und je kleiner das Dorf, desto ursprünglicher und lebendiger auch das Brauchtum.

So bildet beispielsweise der Almabtrieb den Abschluss der Almweidezeit. Ein wahrer Augenschmaus: Das mit bunten Kränzen und großen Weidenglocken geschmückte Vieh.

Sehenswert ist auch der riesen große Samson, der jährlich am 15. August von der Bürgergarde mit lauten Salutschüssen begleitet durch Murau getragen wird. Beinahe mystisch hingegen ist der Brauch des Räucherns in den Rauhnächten, um Unheil von Haus und Hof fernzuhalten.

Lachtal Almabtrieb | © Tourismusverband Oberwölz-Lachtal

Almabtrieb im Murtal

Der Almabtrieb ist  das Dankfest der Bauern, Senner und Hirten, wenn das Vieh wieder gesund von der Alm zurück in den Stall kommt. Mit großem Aufwand werden die Tiere wunderschön geschmückt. Der Schmuck besteht aus Latschen, Fichten, Granabitten und Alpenblumen, verziert mit bunten Bändern, Flitter und Spiegeln. Als weiteren Schmuck erhalten die Kühe meist Glocken um den Hals. Die Kühe haben je nach Rangordnung verschieden klingende Glocken umgehängt. Das Aufkranzen des Almviehs wird urkundlich erstmals in einem Pustertaler Inventar von 1746 erwähnt. Das Schmücken der Tiere beim Almabtrieb dürfte jedoch auf wesentlich ältere Zeiten zurückgehen.

Der größte Almabtrieb der Steiermark findet vom Lachtal aufs Hochegg statt ca. 450 Almtiere werden von den umliegenden Almen direkt aufs Hochegg getrieben. Auch die Almabtriebe in Gaal und Rachau sind bekannt für ihre wunderschön geschmückten Tiere.

 

Rauhnächte-Räuchern

Auf den Bergbauernhöfen ist das Räuchern noch Pflicht, um in den finsteren Rauhnächten böse Mächte fern zu halten und das Gedeihen von Vieh und Land zu sichern. keine Bäuerin lässt die Wäsche bis zum Sonnenuntergang auf der Leine, zu groß ist die Gefahr, sich Geister mit ins Haus zu bringen.

Frauen und Kinder sollten nach Einbruch der Dunkelheit auch nicht mehr alleine auf der Straße sein. Darüber hinaus darf nicht Karten gespielt werden.

Je nach Region unterscheidet sich die Anzahl der Rauhnächte zwischen drei und zwölf Nächten. Als die  vier wichtigsten Rauhnächte werden die Thomasnacht, Heiliger Abend, Christnacht, Silvester und die Nacht der Dreikönige bezeichnet.